Mein erster Pirol

Mein erster Pirol

Zum ersten Mal überhaupt konnte ich einen der schönsten einheimischen Vögel sehen und auch gleich noch fotografieren: den Pirol. Der etwa amselgrosse, leuchtend gelb gefärbte Vogel ist sehr scheu und hält sich meistens gut versteckt in hohen Bäumen auf, so dass er trotz seiner auffälligen Färbung kaum zu sehen ist. Schon eher kann man seinen auffälligen und lauten Gesang hören. Ich hatte das grosse Glück, gleich drei Pirole zu sehen – zwei Männchen und das etwas blasser und unauffälliger gefärbte Weibchen – dieses konnte ich aber leider nicht fotografieren.

Es gibt viel zu sehen – man muss nur raus!

Es gibt viel zu sehen – man muss nur raus!

Wer mit offenen Augen und ein wenig Geduld durch die Natur streift, kann so manches entdecken, was auf den ersten flüchtigen Blick verborgen bleibt. Es muss ja nicht immer ein seltenes Tier oder eine spezielle Begegnung sein. Viel zu oft können oder wollen wir das Besondere im Gewöhnlichen nicht wahrnehmen und bringen uns dadurch selber um das Erleben und Geniessen kleiner Glücksmomente.

Für Frühaufsteher

Für Frühaufsteher

Wer noch vor Sonnenaufgang am Beobachtungsort sein will, muss aktuell bereits zeitig aus den Federn. Aber es lohnt sich! Zwar ist längst nicht jeder Ausflug so spektakulär wie heute: Gleich vier Beobachtungs-Premieren konnte ich an diesem Morgen fotografisch festhalten: Baumfalke, Löffler, Zwergdommel und Baummarder. Ersterer stand schon lange auf meiner Wunschliste, aber erst heute konnte ich den hübschen Kleinfalken mit einer Vorliebe für Libellen beobachten.
Hierzulande einen Löffler zu sehen ist schon beinahe eine kleine Sensation. Er hat sich wohl auf dem Zug nach Norden einen Zwischenhalt im Reusstal gegönnt. Auch die Zwergdommel hätte ich nicht zu sehen erwartet. Der scheue und seltene Vogel kam völlig unerwartet während dem Baumfalken-Shooting aus dem Schilf – leider war er sehr weit entfernt.
Nicht ganz so selten – obwohl man ihn kaum je zu Gesicht bekommt – ist der Baummarder, der plötzlich vor mir auf dem Weg stand. Umso überraschender ist es, wenn man ihm am frühen Morgen nur wenige Meter entfernt gegenübersteht. Vom häufig anzutreffenden Steinmarder unterscheidet er sich vor allem durch den meist gelblichen Kehlfleck, den schwarzen Nasenspiegel (beim Steinmarder rosa) und die deutlich grösseren Ohren. Das Tier ist zudem langbeiniger und das früher als Pelz heissbegehrte Fell ist von kräftig dunkelbrauner Farbe, im Gegensatz zum graubraunen Haarkleid des Steinmarders.

Kleiber mit Nachwuchs

Kleiber mit Nachwuchs

Per Zufall habe ich auf einem Streifzug durch den Wald die Nisthöhle eines Kleiberpärchens in einem hohlen Baumstamm entdeckt. Ausgerüstet mit Tarnanzug, Stativ und Teleobjektiv habe ich mich in gebührendem Abstand positioniert und an zwei Tagen über einige Stunden den An- und Abflug der munteren Vögel beobachtet und zu fotografieren versucht.

Reuss-Ebene

Reuss-Ebene

Ein frühmorgendlicher Besuch in der Reussebene rund um Rottenschwil kann ein sehr lohnendes Unterfangen sein. Das fahle Morgenlicht und leichte Nebelschwaden lassen einen in eine märchenhaft faszinierende Stimmung eintauchen. Die Rufe der erwachenden Vögel verstärken diesen Eindruck noch.
Völlig unerwartet konnte ich kurz nach meiner Ankunft ein Stelldichein zwischen Reh und Hase fotografieren. Später gelang es mir zum ersten Mal überhaupt, einen Neuntöter und sein Weibchen abzulichten. Kuckuck und Grünspecht waren weitere Highlights und als eher trauriges Spektakel konnte ich eine Mittelmeermöwe fotografieren, die gerade ein Blässhuhnküken geraubt hatte. Auch das gehört zur Natur.