ISS-Transit vor der Sonne und Astrofotografie
Astronomie und Raumfahrt interessieren mich schon seit frühester Kindheit. Die Internationale Raumstation ISS beim Durchflug vor der Sonne zu fotografieren, war ein langgehegter Traum von mir. Die Realisierung dieses Vorhabens ist gar nicht so trivial, da verschiedene Faktoren berücksichtigt werden müssen: Die Flugbahn der ISS verändert sich ständig und die Wahrscheinlichkeit, dass die Raumstation von der heimischen Terrasse aus gesehen direkt vor der Sonne durchfliegt, ist gering. Zum Glück gibt es im Internet Tools, mit welchen sich Erfolg versprechende Transits vor der Sonne oder dem Mond, abhängig von einem bevorzugten Standort, berechnen lassen. Dann muss man „nur“ noch mit der geeigneten Ausrüstung zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Die richtige Zeit ist enorm wichtig: Die ISS rast mit der unglaublichen Geschwindigkeit von rund 28’000 km/h um die Erde – der Durchflug vor der Sonnenscheibe dauert darum je nach Standort nur etwa eine Sekunde! Und natürlich muss freie Sicht auf die Sonne herrschen, sprich schönes Wetter.
Meine Ausrüstung besteht aus einem stabilen Stativ und dem Smartteleskop Dwarf 3, mit dem ich auch die in der Galerie gezeigten Deepsky-Astrofotos aufgenommen habe.
Ganz wichtig: Niemals ohne Spezialfilter in die Sonne schauen, schon gar nicht durch ein Teleskop oder einen Fotoapparat – dies würde durch Verbrennen der Netzhaut im Auge zur sofortigen und irreversiblen Erblindung führen! Das Teleskop habe ich denn auch mit einem Solarfilter ausgestattet, damit kein Unheil geschehen kann.
Damit ich den Transit sicher nicht verpasse, habe ich bereits eine Minute vor der berechneten Zeit die Videoaufnahme gestartet – mit 30 Bildern pro Sekunde. Für das Komposit-Bild habe ich dann 24 Einzelbilder in Photoshop zu einem Bild überlagert.
Das Video zeigt den Transit in Echtzeit